Säkularismus und Islamismus im Irak
Dr. Nagih al-Obaidi
Der Irak ist immer weniger in den Medien, die meist nur berichteten, wenn baathistische oder islamistische Terroristen wieder einmal US-Soldaten oder dutzende Iraker ermordet hatten – insgesamt mindestens hunderttausend Zivilisten. Auch in politischen Kreisen ging es nie um die irakische Bevölkerung, während so z.B. einige "linke" Gruppen allen Ernstes eine Spendenkampagne für Terrorgruppen initiierten, lobten andere in einem Abwehrreflex die gerade in den ersten Jahren deutlich verfehlte US-Militärstrategie.
Die Sicherheitslage scheint sich nun jedenfalls zu stabilisieren, vor kurzem haben zudem die zweiten mehr oder weniger freien Wahlen stattgefunden, die explizit religiösen Parteien haben zu Gunsten einer eher säkular orientierten Partei zahlreiche Stimmen verloren.
Doch die Regierung, die von der internationalen Koalition unter Führung der USA nach dem Sturz des Baath-Regimes Saddam Husseins „im Kampf für Menschenrechte und Demokratie“ eingesetzt wurde und deren Vertreter noch heute die politische Entwicklung bestimmen, hat die Meinungsfreiheit eingeschränkt, die Verfassungsentwürfe verstümmelt und die Religion zum Verfassungsprinzip erhoben.
Wir stellen die Frage nach den Demokratievorstellungen in der irakischen Bevölkerung, nach Akteuren eines Kampfes um demokratische Rechte und einen säkularen Staat. Eingeladen ist der Journalist und Wirtschaftsexperte Dr. Nagih Al-Obaidi, der versuchen wird, anhand des Beispiels “Säkularismus und Islamismus bei den Parlamentswahlen im Irak” auf diese Fragestellung einzugehen.
Donnerstag, 03.06.2010 – 18.30
Melanchthonianum (HS XVIII), Universitätsplatz, Halle
Der Hintergrund: “Warum die Frage nach der Aktualität der Aufklärung im Nahen Osten”? [klick]
Ausführliche Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen hier. [klick]
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